Was waren das noch für Zeiten, als das Internet das Spielzeug männlicher Informatikstudenten war. Heute ist das Internet in jeder Hinsicht ein Massenmedium. Knapp 60 Prozent der deutschen Bevölkerung sind online, knapp die Hälfte ist weiblich (45 Prozent, Quelle: EIAA). Derzeit sind in jeder Woche 31 Millionen Menschen im Netz (AGOF).
Bei beiderlei Geschlecht ergeben sich die stärksten Unterschiede nicht mehr durch den Bildungsgrad, sondern das Lebensalter. Vor allem Jugendliche können sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen - in der Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren nutzen 81 Prozent aller Frauen das Internet. Dies ist lediglich bei 21 Prozent der über 50-Jährigen der Fall.
Dennoch wird hier das stärkste Wachstum stattfinden - wenn die Avantgarde der ersten Internetgeneration bald in dieses Lebensalter eintritt. Die Nutzungsdauer von Frauen steht bei 9,3 Stunden in der Woche gegenüber 10,2 Stunden für die Gesamtnutzerschaft.
Bei aller Gleichheit surfen Frauen anders als Männer. Vergleicht man die Statistiken von weiblicher und Gesamtbevölkerung, zeigt sich, dass Recherche und Mailen noch gleich genutzt werden. Männer lesen gerne Nachrichten im Internet. Die weibliche Bevölkerung setzt sich stattdessen lieber zu Ebay ab oder stöbert in regionalen Angeboten, was laut AGOF Männern wesentlich weniger im Blut liegt. Shoppen wiederum ist keine geschlechtsspezifische Tätigkeit - das machen alle gern.
Überraschend selten werden Gesundheitsthemen und Preisportale angesteuert. Während das eine Folge der geringen Reichweite bei der relevanten Zielgruppe 50-plus ist, resultiert das Desinteresse an Preissuchen wohl aus einem anderen Kaufverhalten - PCs lassen sich eben besser auf Preise reduzieren als Mode-Labels.

Frauen surfen genauso gerne im Netz wie Männer. Nachdem Recherche und Mails erledigt sind, gehen sie aber getrennte Wege - die Frauen zu Ebay und lokalen Angeboten. Aber bald schon sind sie glücklich vereint: beim Shoppen. Quelle: European Interactive Advertising Association
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