Der Ruf nach etwas "Neuem" ist groß, aber was wird das Advertising 2.0 sein, wie fügt es sich ins Web 2.0 ein, vor allem bei Usern 3.0?
Fragt Mark Langeneck, der sich zur Aufgabe gemacht hat, ein Online-Werbekonzept zu entwickeln, das
- im Dialog stattfindet ("Märkte sind Gespräche", Cluetrain),
- horizontale Word-of-Mouth-Prinzipien unterstützt (nicht top-down wie bei herkömmlicher Bannerwerbung),
- nicht auf die Vorteile von Technik und Analyse-Tools verzichten muss (Auswertung und Messbarkeit gewährleistet).
Was daraus entstanden ist, nennt er Recommad (advertising by recommendation). Recommad personalisierte Werbung auf Basis von Empfehlungen anderer Nutzer. Die erste Implementierung hat Mark gleich mitentwickelt: einen E-Card-Service 2.0 namens maxtango. Dort kann jeder Nutzer seine selbstentworfenen E-Cards hochladen, anderen Nutzern zur Verfügung stellen und E-Cards versenden.
Recommad fügt jeder versandten E-Card die passende, vom Absender auszuwählende Werbung hinzu. Und das Erstaunliche ist: Die Klickraten liegen bei 4 bis 7 Prozent, im Ausnahmefall sogar über 10 Prozent, so Mark Langeneck.
Wir messen und experimentieren weiter. Die Zukunft von Recommad soll sicher nicht auf einen E-Card-Dienst beschränkt bleiben. Zuerst gilt es zu überprüfen, ob und wie das Konzept angenommen und empfunden wird. Wie es sich in Echt anfühlt.Dazu läuft gerade eine Umfrage unter den Nutzern des Systems, über deren Ergebnisse sicher demnächst das maxtango-Blog berichten wird.
Nichts gegen diesen E-Card Service, der ist ja schon sehr nett gemacht.
Aber mit 'Märkte sind Gespräche' und der großen Revolution hat das jetzt auch wieder nicht soooo viel zu tun, finde ich. Mit der Marke selbst findet hier ja null Dialog statt.
Letzlich ist es nur eine neue Detailidee, wie man Empfehlungen anders/effizienter unterbringen kann... 0der?
Richtig, es geht um Bannerwerbung, Empfehlungen und Gespräche. Die Gespräche finden beim Kommunikations-Dienst (Ecard Service) statt, unter den Usern. Mit jeder Ecard schickt der Absender eine Empfehlung ab, die der Empfänger in Form eines Banners erhält.
Die (Detail)Idee war mit anderen Usern durch Empfehlungen "über" Marken zu sprechen. Den Dialog mit der Marke/Werbung selber auszubauen ist sicherlich ein weiterer Ansatz, der durch das Internet möglich und sinnvoll ist. Die Revolution der Online-Werbung kann nur dann stattfinden, wenn sie die wahren Stärken des Internet aufgreift und für sich nutzt.
Auch ich finde das Thema interessant. Allerdings ist nicht alles, was ursprünglich Amazon "erfunden" hat, auch überall applizierbar. Aus Media-Sicht ist es ein kleines Problem, wenn man die Kontaktmenge in einer oder mehreren Zielgruppen nicht planen kann und verwehrt dieser Mechanik damit sehr wahrscheinlich den Zugang zum Media-Premiumsegment. Mit der selben Mechanik arbeitet künftig auch das Affiliate-Marketing. Ein Indiz dafür, dass auch andere dort Entwicklungsperspektiven oder zumindest eine neue Spielwiese sehen.
Nun ist schon etwas Zeit vergangen. Das Projekt macht auf mich nicht den lebendigen Eindruckt. Was sagen denn die Macher dazu? Wo war der Knackpunkt?
Das wäre schon spannend zu erfahren.
Hallo!
Mit dem Relaunch von maxtango.com stand ich vor der Überlegung, Google Ads einzubauen oder mal zu übrlegen was man noch tun könnte. Mit Hilfe vom fischmarkt bzw. mediabrief sind dann noch andere (Empfehlungsmarketing, internetworld.de) darauf aufmerksam geworden ;)
Die Vitalität des Projektes war zumindest nicht auf recommad.com zu sehen, richtig. Untersuchungen des neuen Konzeptes fanden erstmals und ausschliesslich auf der Website maxtango.com statt, awo bis vor ein paar Tagen ein Wettbewerb lief: ca 600 Leute haben sich registriert und über 1000 Ecards wurden verschickt.
Parallel dazu lief bis letzte Woche eine Umfrage unter allen Besuchern, um zu hinterfragen wie sie diese Werbeform empfinden, warum diese Art der Werbung für sie attraktiver ist als normale Bannerwerbung usw.
Während wir diese Ergebnisse auswerten und daraus Rückschlüsse ziehen wollen ist bereits klar, dass die User dieses Werbekonzept als "empfohlene Bannerwerbung" einstufen und es hoch anrechnen, da sie von einem Freund oder Bekannten kommt. Gleichzeitig habe ich aber auch festgestellt, dass sich Werber (in diesem Fall kleine Firmen und Projekte) eher schwer damit taten das Konzept aufzunehmen. Der von Olaf [4] angesprochene Knackpunkt wird sein, dieses Konzept (nicht 1:1) auf allgemeinere Dienste (Websites, Blogs etc..) übertragen zu können, um nicht nur an einen Ecard-Dienst gebunden zu sein.
Mit recommad hoffe ich, neue Werbekonzepte zu finden (Empfehlungsmarketing, Bannerwerbung, Viral-Marketing) und untersuchen zu können. Angepasst an die Umgebung (Web 2.0) den Bedürfnissen der Werber (Effizienz) und den Empfängern (Mehrwert).