Mai 2007 Archive

Axel Springer kauft Zanox

| | Kommentare (0) | TrackBacks (0)

Unter Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes - versteht sich.

Eine stolze Summe (ca. 215 Mio. Euro in Aktienanteilen), die für diese Übernahme aufgebracht wurde. Nach dem Eingeständnis des kläglichen Scheiterns der Adcatch-Technologie sicher auch eine notwendige "Flucht nach vorne". Logisch richtig, dennoch eine Risiko-Investition. Man darf gespannt sein, wieviele Merchants, die von Zanox Abstand suchten, jetzt komplett umdisponieren und (mangels Alternativen) eigene Systeme/Affiliate-Netzwerke entwickeln. Diese Aussage steht auch im direkten Zusammenhang zu den, von einigen Kunden als überhöht wahrgenommenen, Zanox-Provisionen...

Schon komisch: Die Internetnutzung steigt weiter an, aber die Platzhirsche verlieren Nutzer. Liefert die AGOF ein verzerrtes Bild des Marktes? Die sechs offensichtlichsten Probleme der AGOF im Themenblog.

BVDW_Logo_ki.jpgDass der Werbemarkt im Internet boomt, ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr. So überraschen die Prognosen des BVDW für 2007 auch nicht tatsächlich, die im OVK Online Report 2007/01 getroffen wurden. Wahrscheinlich werden sie auch dieses Jahr wieder übertroffen.

Bemerkenswert in der Erhebung ist allerdings die Entwicklung der Werbeausgaben der Handelsorganisationen, damit sind die Discounter wie Plus, Lidl, etc. gemeint, die im Vergleich zu 2005 um ca. 431% auf 18,9 Mio. € gestiegen sind und damit die zweithöchste Wachstumsrate haben - Suchmaschinen- und Affiliatemarketing sind dabei noch nicht mal berücksichtigt. Noch ein wenig bemerkenswerter ist, dass dieses Werbebudget nur einen Anteil von ca. 1% am Media-Mix hat und damit im Vergleich zu anderen Branchen am unteren Ende liegt. Zum Vergleich: Den höchsten Anteil haben Online-Dienstleistungen mit 34,8%.

OVK_OnlineReport%202007-01_Werbeausgaben%202006_ki.jpg

Dass sich der Anteil des Online-Werbebudgets im Media-Mix bei den Handelsorganisationen weiter erhöhen wird, steht daher wohl außer Frage - wie die „klassischen" Online-Versandhändler aber darauf reagieren werden, bleibt noch abzuwarten.
Ein erstes Anzeichen könnte bereits sein, dass der klassische Bestellkatalog nicht mehr nur noch auf reine Reichweite getrimmt, sondern mittlerweile nach Interessensgebieten erstellt und selektiv versendet wird. Die eingesparten Kosten können dann wiederum in die Webpräsenzen und ins Onlinemarketing investiert werden.

Aus diesem Trend könnte man ablesen, dass es sich auch bei den typischen „Offline-Händlern" nicht weiterhin nur um zusätzliche Budgets zur Gewinnung von Erfahrungswerten handelt, sondern Online einen relevanten Stellenwert innerhalb des Marketing-Mixes genießt, der mit Geldern aus den klassischen Kanälen sukzessive ausgebaut wird.

Joost.com - next generation TV!?

| | Kommentare (2) | TrackBacks (0)

joost_logo.gifComing next. IPTV der nächsten Generation. Kostenlos, werbefinanziert, revolutionär: Joost.com

Aufregend, was die beiden Internetpioniere Janus Friis und Niklas Zenström, die beiden Erfinder von Kazaa und Skype, da wieder ausgetüftelt haben. Über 150 Entwickler arbeiten seit über einem Jahr an einer Software, welche in der Lage wäre, die Fernsehwelt von gestern neu zu definieren. Um es in aller Kürze zusammenzufassen: Joost ist eine Art TV/Video-Sender-Netzwerk, welches von den Usern/Netzwerkteilnehmern selbst betrieben wird und damit ungeahnte Performance-Möglichkeiten für die Verbreitung von Inhalten erlaubt. Wenn die Rechnung am Ende aufgeht, können noch diesen Sommer (nach Beendigung der aktuellen Beta-Phase) weltweit Millionen von Usern kostenlose Filme alle Art über Joost empfangen (und im gewissen Sinne auch senden ;-))

Die Software präsentiert sich im Vista-Style und erlaubt über die Bedienungsoberflächen einen unkomplizierten und schnellen Zugriff auf diverse Themenkanäle:

joost_channels2.jpeg

Die Qualität der Streams kann sich sehen lassen. Die Voraussetzung ist ein schneller Rechner, eine gute Filmqualität sowie ein grosses p2p-Netzwerk. Je mehr Teilnehmer sich im Netzwerk von Joost befinden, um so mehr Datenquellen kann die Abspielsoftware gleichzeitig heranziehen. Bereits im Beta-Umfeld (einige hundert Tester) kann man folgende Qualität (Auflösung) zumeist sehr flüssig am Bildschirm geniessen. Full Screen - versteht sich.

Refinanzierung

Wie oben bereits gelesen, soll dies nun alles kostenlos sein, da durch Werbung refinanziert. Vorausgesetzt, dass die Betreiber von Joost.com es tatsächlich schaffen, diverse Inhalteanbieter davon zu überzeugen, ihre Filmarchive über Joost.com zu öffnen, spielt doch die Form der werblichen Refinanzierung eine grosse Rolle. Zur Zeit wird in der Beta-Gemeinde sorgfältigst getestet und diskutiert, in welcher Menge und nach welchen Algorhythmen man den geneigten Zuschauer mit vor-, nach- oder zwischengeschalteten Werbeinseln beglücken kann, ohne dass hier langfristig Akzeptanzprobleme zu erwarten sind.

Die alten Geschichten

Das bislang erzielte Arbeitsergebnis weist leider noch einige Schwächen bei der redaktionellen Sensibilität aus, nämlich wann genau diese Werbeunterbrechungen zu erfolgen haben. Hinter vorgehaltener Hand spricht man bereits vom "Streamsense" in Analogie zu Googles "Adsense". Niemand mag schliesslich mitten im dramaturgischen Höchstpunkt einer Sendung durch Werbung die spannende Atmosphäre verlieren...

Dazu gesellt sich aber noch ein anderes (alt bekanntes) Problem. Adblocker-Software. Es bleibt abzuwarten, ob die Entwickler auch in diesem Punkt eine Antwort bereithalten, die eine Refinanzierung über technisch gesicherte Kontakte der Werbebotschaft zum Recipienten gewährleisten kann. Die gemessene Ausstrahlung von Spot-Ende-Signalen als Auslieferungsbeleg dürfte hier künftig kaum ausreichend sein.

Im Bereich "myJoost" habe ich folgenden Widget-Hinweis gefunden, der Hoffnung auf weitere Vermarktungszsenarien macht:

widget_menue.jpeg

Lust auf mehr?

joostforfriends.jpeg

Da es sich bei der Beta-Community um einen "closed shop" handelt, kann man nur hinter die Kulissen schauen (die Software testen), wenn man von einem teilnehmenden Beta-Tester eingeladen wird. Hiermit geschehen ;-) - für alle, die es interessiert: einfach eine kleine E-Mail an a.jonske@sinnerschrader.de senden oder über diesen Link gehen.