Coming next. IPTV der nächsten Generation. Kostenlos, werbefinanziert, revolutionär: Joost.com
Aufregend, was die beiden Internetpioniere Janus Friis und Niklas Zenström, die beiden Erfinder von Kazaa und Skype, da wieder ausgetüftelt haben. Über 150 Entwickler arbeiten seit über einem Jahr an einer Software, welche in der Lage wäre, die Fernsehwelt von gestern neu zu definieren. Um es in aller Kürze zusammenzufassen: Joost ist eine Art TV/Video-Sender-Netzwerk, welches von den Usern/Netzwerkteilnehmern selbst betrieben wird und damit ungeahnte Performance-Möglichkeiten für die Verbreitung von Inhalten erlaubt. Wenn die Rechnung am Ende aufgeht, können noch diesen Sommer (nach Beendigung der aktuellen Beta-Phase) weltweit Millionen von Usern kostenlose Filme alle Art über Joost empfangen (und im gewissen Sinne auch senden ;-))
Die Software präsentiert sich im Vista-Style und erlaubt über die Bedienungsoberflächen einen unkomplizierten und schnellen Zugriff auf diverse Themenkanäle:

Die Qualität der Streams kann sich sehen lassen. Die Voraussetzung ist ein schneller Rechner, eine gute Filmqualität sowie ein grosses p2p-Netzwerk. Je mehr Teilnehmer sich im Netzwerk von Joost befinden, um so mehr Datenquellen kann die Abspielsoftware gleichzeitig heranziehen. Bereits im Beta-Umfeld (einige hundert Tester) kann man folgende Qualität (Auflösung) zumeist sehr flüssig am Bildschirm geniessen. Full Screen - versteht sich.
Refinanzierung
Wie oben bereits gelesen, soll dies nun alles kostenlos sein, da durch Werbung refinanziert. Vorausgesetzt, dass die Betreiber von Joost.com es tatsächlich schaffen, diverse Inhalteanbieter davon zu überzeugen, ihre Filmarchive über Joost.com zu öffnen, spielt doch die Form der werblichen Refinanzierung eine grosse Rolle. Zur Zeit wird in der Beta-Gemeinde sorgfältigst getestet und diskutiert, in welcher Menge und nach welchen Algorhythmen man den geneigten Zuschauer mit vor-, nach- oder zwischengeschalteten Werbeinseln beglücken kann, ohne dass hier langfristig Akzeptanzprobleme zu erwarten sind.
Die alten Geschichten
Das bislang erzielte Arbeitsergebnis weist leider noch einige Schwächen bei der redaktionellen Sensibilität aus, nämlich wann genau diese Werbeunterbrechungen zu erfolgen haben. Hinter vorgehaltener Hand spricht man bereits vom "Streamsense" in Analogie zu Googles "Adsense". Niemand mag schliesslich mitten im dramaturgischen Höchstpunkt einer Sendung durch Werbung die spannende Atmosphäre verlieren...
Dazu gesellt sich aber noch ein anderes (alt bekanntes) Problem. Adblocker-Software. Es bleibt abzuwarten, ob die Entwickler auch in diesem Punkt eine Antwort bereithalten, die eine Refinanzierung über technisch gesicherte Kontakte der Werbebotschaft zum Recipienten gewährleisten kann. Die gemessene Ausstrahlung von Spot-Ende-Signalen als Auslieferungsbeleg dürfte hier künftig kaum ausreichend sein.
Im Bereich "myJoost" habe ich folgenden Widget-Hinweis gefunden, der Hoffnung auf weitere Vermarktungszsenarien macht:

Lust auf mehr?

Da es sich bei der Beta-Community um einen "closed shop" handelt, kann man nur hinter die Kulissen schauen (die Software testen), wenn man von einem teilnehmenden Beta-Tester eingeladen wird. Hiermit geschehen ;-) - für alle, die es interessiert: einfach eine kleine E-Mail an a.jonske@sinnerschrader.de senden oder über diesen Link gehen.