
Dass das Thema Mobile Marketing immer wichtiger wird, verrät bereits ein Blick auf das Programm der diesjährigen OMD. Mobile Marketing, Mobile Web 2.0 und Mobile Internet sind in aller Munde. Vorangetrieben und möglich gemacht wird die Entwicklung und Weiterentwicklung dieser Art des Marketings von den großen Handyherstellern, die immer multifunktionalere Hybrid-Handys auf den Markt bringen. Handys, mit denen man nicht nur schnöde telefonieren oder SMSen kann, sondern Handys mit WLAN, 3 Megapixel-Kamera, MP3-Player und, und, und. Geht es nach Phil McKinney, Technikchef bei Hewlett-Packard, werden diese Smartphones das Laptop bald überflüssig machen.
Was sind Quick Response Codes?
2D-Barcodes wurden bereits Mitte der 90er Jahre von der japanischen Firma Denso entwickelt. Anwendung fanden Sie bis 2003 allerdings hauptsächlich in der Produktion und im Logistikbereich. 2003 wurde dann der erste Barcode-Scanner für Handys von Mediaseek entwickelt und in Japan bei allen großen Telekommunikationsunternehmen implementiert. Während diese Codes in Japan in vielfältigen Weisen eingesetzt werden, kennt man sie in Deutschland bis jetzt nur durch die Online-Tickets der Bahn.
Wie funktionieren Quick Response Codes?
Die 2D-Barcodes (Data Matrix Codes) werden beispielsweise auf Plakaten oder in Zeitschriften platziert. Der integrierte Scanner des Handys scannt über die Kameralinse diesen Code und decodiert ihn mittels einer speziellen Software, so dass die Kontextinformationen oder die Webadresse, die in diesem Code enthalten sind, ausgelesen werden können. Somit können zum einen weiterführende Produkt- oder Dienstleistungsinformationen des Anbieters direkt auf das Mobiltelefon transportiert werden, zum anderen ist eine Direktverlinkung über WAP oder WLAN ins Internet zu der entsprechenden Internetseite möglich. Hier findet der User dann ebenfalls weitere Informationen über das Produkt und kann es direkt kaufen. Möglich ist ebenfalls der Direktkauf per Scan, ohne eine weitere Navigation auf der mobilen Internetseite.
Einsatzmöglichkeiten
QR-Codes sind mannigfaltig einsetzbar. Das Staatstheater Darmstadt beispielsweise setzt diese Codes bereits auf Plakatwerbung ein, und man erhält nach dem Scannen einen Clip mit einer kurzen Preview des Stückes. Auch denkbar ist der Einsatz im öffentlichen Personennahverkehr, um Fahrpläne oder Tickets zu kaufen. Dieses wäre dann sogar ohne eine Internetverbindung möglich. Besonders lukrativ und erfolgversprechend dürfte der Einsatz im Bereich Handydownloads für Klingeltöne, Logos, Spiele etc. sein. Einfach den Code scannen, und schon bekommt man den gewünschten Klingelton aufs Handy. Ohne SMS und eine manuelle Einwahl ins Netz bzw. das Eintippen einer URL.
Ein Trend für Deutschland?
Sicherlich werden QR-Codes aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auch bald in Deutschland Einzug halten. Voraussetzung hierfür sind allerdings die Erstellung eines Code-Standards und die Weiterentwicklung und vor allem Kostensenkung für mobile Internetverbindungen. Auch bei QR-Codes sind uns die Schweizer - ähnlich wie beim Paid Blogging - mal wieder einen Schritt voraus. Hier bietet das Unternehmen Kaywa mit dem Kaywa Reader bereits einen Barcode Scanner zum Download aufs Handy an. Bleibt wie immer abzuwarten, wann dieser Trend auch nach Deutschland schwappt.
