September 2007 Archive

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Dass das Thema Mobile Marketing immer wichtiger wird, verrät bereits ein Blick auf das Programm der diesjährigen OMD. Mobile Marketing, Mobile Web 2.0 und Mobile Internet sind in aller Munde. Vorangetrieben und möglich gemacht wird die Entwicklung und Weiterentwicklung dieser Art des Marketings von den großen Handyherstellern, die immer multifunktionalere Hybrid-Handys auf den Markt bringen. Handys, mit denen man nicht nur schnöde telefonieren oder SMSen kann, sondern Handys mit WLAN, 3 Megapixel-Kamera, MP3-Player und, und, und. Geht es nach Phil McKinney, Technikchef bei Hewlett-Packard, werden diese Smartphones das Laptop bald überflüssig machen.

Was sind Quick Response Codes?

2D-Barcodes wurden bereits Mitte der 90er Jahre von der japanischen Firma Denso entwickelt. Anwendung fanden Sie bis 2003 allerdings hauptsächlich in der Produktion und im Logistikbereich. 2003 wurde dann der erste Barcode-Scanner für Handys von Mediaseek entwickelt und in Japan bei allen großen Telekommunikationsunternehmen implementiert. Während diese Codes in Japan in vielfältigen Weisen eingesetzt werden, kennt man sie in Deutschland bis jetzt nur durch die Online-Tickets der Bahn.

Wie funktionieren Quick Response Codes?

Die 2D-Barcodes (Data Matrix Codes) werden beispielsweise auf Plakaten oder in Zeitschriften platziert. Der integrierte Scanner des Handys scannt über die Kameralinse diesen Code und decodiert ihn mittels einer speziellen Software, so dass die Kontextinformationen oder die Webadresse, die in diesem Code enthalten sind, ausgelesen werden können. Somit können zum einen weiterführende Produkt- oder Dienstleistungsinformationen des Anbieters direkt auf das Mobiltelefon transportiert werden, zum anderen ist eine Direktverlinkung über WAP oder WLAN ins Internet zu der entsprechenden Internetseite möglich. Hier findet der User dann ebenfalls weitere Informationen über das Produkt und kann es direkt kaufen. Möglich ist ebenfalls der Direktkauf per Scan, ohne eine weitere Navigation auf der mobilen Internetseite.

Einsatzmöglichkeiten

QR-Codes sind mannigfaltig einsetzbar. Das Staatstheater Darmstadt beispielsweise setzt diese Codes bereits auf Plakatwerbung ein, und man erhält nach dem Scannen einen Clip mit einer kurzen Preview des Stückes. Auch denkbar ist der Einsatz im öffentlichen Personennahverkehr, um Fahrpläne oder Tickets zu kaufen. Dieses wäre dann sogar ohne eine Internetverbindung möglich. Besonders lukrativ und erfolgversprechend dürfte der Einsatz im Bereich Handydownloads für Klingeltöne, Logos, Spiele etc. sein. Einfach den Code scannen, und schon bekommt man den gewünschten Klingelton aufs Handy. Ohne SMS und eine manuelle Einwahl ins Netz bzw. das Eintippen einer URL.

Ein Trend für Deutschland?

Sicherlich werden QR-Codes aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auch bald in Deutschland Einzug halten. Voraussetzung hierfür sind allerdings die Erstellung eines Code-Standards und die Weiterentwicklung und vor allem Kostensenkung für mobile Internetverbindungen. Auch bei QR-Codes sind uns die Schweizer - ähnlich wie beim Paid Blogging - mal wieder einen Schritt voraus. Hier bietet das Unternehmen Kaywa mit dem Kaywa Reader bereits einen Barcode Scanner zum Download aufs Handy an. Bleibt wie immer abzuwarten, wann dieser Trend auch nach Deutschland schwappt.

Paid Blogging

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In den USA schon gang und gäbe, in Deutschland im Zuge der immer professioneller und kommerzieller werdenden Blogs, z. B. Corporate Blogs, immer mehr ein Thema: Paid Blogging.

Blogs als Marketingkanal

Beim Paid Blogging werden Blogger für das Bewerben von Produkten oder Dienstleistungen entweder auf ihrem eigenen Blog oder auf dem Blog des Anbieters bezahlt. Dieses positive vermeintliche Kundenfeedback und die Verlinkungen verhelfen Unternehmen zum einen zu einem positiveren Image und in Folge möglicherweise auch zu einem besseren Geschäft. Zum anderen führen die Mehrfachverlinkungen zu einer besseren Position im organischen Index von Google. Somit kann dem Begriff Blog noch eine ganz neue Bedeutung beigemessen werden: Better listings on Google.

Das Businessmodell

In den USA bezahlen Firmen wie PayPerPost.com und Blogitive ihre Blogger dafür, dass sie redaktionellen Content erstellen und ein Produkt oder eine Dienstleistung promoten. Somit handelt es sich um ein neues Finanzierungs- und Marketingmodell mit einer Win-win-Situation für Unternehmen und Blogger. Auch im deutschsprachigen Raum sorgt der Schweizer Anbieter trigami mit seinem Marktplatz dafür, dass Kunden und Blogger zusammengeführt werden und Blogger für Produktrezensionen der teilnehmenden Kunden bezahlt werden. Die Verdienste sind hierbei recht unterschiedlich, abhängig von Angebot, Nachfrage, Reichweite und Qualität des Blogs. Laut Eigenauskunft von trigami liegt die Verdienstmöglichkeit zwischen 7 und 150 Euro pro Rezension.

Bezahlte Information vs. Blogger-Ehre

Stellt sich natürlich die Frage, inwieweit diese Professionalisierung und Monetarisierung mit dem ursprünglichen Gedanken des Bloggens vereinbar ist. Bloggen als elementarer Bestandteil des Web 2.0 steht wie auch das Diskutieren in Foren für generischen user-generated Content - wobei bei manchen Blogs die Suche nach Content oftmals erfolglos ist ;). Erwartet werden freie Meinungsäußerungen und -bildung ohne Beeinflussung durch Unternehmen, öffentliche oder nicht-öffentliche Stellen. Dieses Prinzip wird durch Paid Blogging maßgeblich unterwandert. Zwar werden aufgrund der rechtlichen Situation in Deutschland die gekauften Beiträge gekennzeichnet, um den Vorwurf der Schleichwerbung zu umgehen, und trigami weist in seinen AGBs ausdrücklich darauf hin, dass selbstverständlich auch negative Rezensionen zugelassen werden, um die redaktionelle Freiheit zu gewährleisten. Aber wie's in der Praxis aussieht, ist sicherlich eine andere Frage.

Erfolgsmodell für Deutschland?

Durch den hohen Nutzungsgrad von Blogs in den USA ist die Schaltung von Werbung entweder in Form von Artikeln oder von klassischen Bannern durchaus eine neue, gelungene Werbe(platt)form. Wie die jüngste Studie von Synovate zeigt, lesen 40 Prozent der US-Bürger Blogs, 43 Prozent von ihnen nehmen zudem Werbung auf diesen Seiten wahr. In Deutschland hingegen sind Blogs weitaus weniger prominent. Zwar weist eine Studie der Universität Leipzig zum Blogverhalten einen Bekanntheits-/Nutzungsgrad von Blogs von rund 80 Prozent der 605 Befragten aus, allerdings handelt es sich bei dem Sample um Heavy-User und Trendsetter, deren generelles Internetnutzungsverhalten überdurchschnittlich ist. Auch sehen die User Blogs erst in nachgelagerter Rangfolge als qualitative Informationsquelle oder Meinungsbildungsplatz und in erster Linie (28,2 Prozent) als digitales Tagebuch.

Vor diesem Hintergrund erscheint auch das Fazit der Betreiber von Hitflip, die als eine der Ersten das Blogpost-Sponsoring von trigami ausprobiert haben, nicht verwunderlich: Eher mau als schau. Demnach sollen die viralen Effekte kaum spürbar gewesen sein, und die Resonanz sei aufgrund der mangelnden Reichweite und Qualität der Blogs gering gewesen.

Fazit: Potenzial vorhanden. Ausbaufähig.

Abschließend lässt sich festhalten, dass Deutschland auch im Bereich Blogging noch ein Entwicklungsland ist und somit die Erfolgschancen, hier als Unternehmen durch Blogposts wahrgenommen zu werden, eher gering sind. Allerdings ist diese Werbeform noch recht neu, und man sollte der Entwicklung noch etwas Zeit und vor allem eine Chance geben. So zeigt die Leipziger Studie auch, dass rund ein Viertel der User Blogs nutzen, um sich über Produkte zu informieren. Auch sind Blognutzer mehrheitlich aktive Konsumenten, die Informationen weitergeben und somit als Multiplikatoren wirken. Marketingtechnisch betrachtet also durchaus interessant. Von besonderem Interesse dürften hierbei die privaten Blogs sein, da ihre Glaubwürdigkeit weit über denen von Corporate Blogs liegt.

Es liegt also an jedem Blogger selbst zu entscheiden, ob diese Werbeform für ihn in Frage kommt oder ob er sich nicht "kaufen lassen möchte". Grundsätzlich halte ich diese Art der Produktbewerbung auch nicht für "verwerflicher" als jegliche andere Form des Werbens. Wer den Beiträgen im Internet mit etwas kritischer Distanz und gesundem Menschenverstand begegnet, sollte auch mit bezahlten Blogposts kein Problem haben.

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Letzten Donnerstag fand zum 2. Mal der nugg.ad-Salon statt. Dieses Mal nicht in Berlin, sondern in Hamburg im Hafen-Club. Eine Location, deren exklusive Atmosphäre einen perfekten Rahmen für einen außergewöhnlichen Business-Talk bot. Die handverlesenen Gäste durften einem "Streitgespräch" zwischen Alpha-Blogger Sascha Lobo (Adical.de) und Claudia Dubrau (IP Deutschland) verfolgen, welches von Martina Pickardt (Strategische Beraterin) moderiert wurde.

In der Veranstaltung wurde hauptsächlich die Vermarktbarkeit von Blogs diskutiert, deren Zielgruppen (zumindest hier in Deutschland) eher Meinungs-Multiplikatoren mit kleiner (direkter) Reichweite entsprechen. Im direkten Vergleich zu möglichen TV-Reichweiten entbrannte nach kurzer Zeit eine Auseinandersetzung über die unterschiedlichen Zielsetzungen und Wirksamkeiten werblicher Maßnahmen in diesen Kanälen. Mediabrief war dabei und fasst einige wesentliche Eckpunkte der spannenden Talk-Runde zusammen:

  • » Blogs sind in Deutschland grundsätzlich vermarktbar, jedoch nur über so genannte intelligente Werbeformate (sensible User)

  • » Blog-Werbung ist relativ teuer, dafür in den Zielgruppen nachhaltiger und intensiver in der Durchdringung

  • » Blog-Reichweite beschränkt sich in Deutschland auf ca. 140.000 aktive Blogger und deren Leser (Entwicklungsland/Pseudo-Reichweiten-Ranking)

  • » Zum Vergleich: Blogreichweiten in FR / USA: ca. 3,0 / 15,0 Mio. (bedingt durch sehr hohe Werbeträger-Investitionen)

  • » Blogger werden noch nicht bezahlt (-> Trend-Entwicklung: paid blogging)

  • » Fast moving Consumer Goods brauchen große Reichweiten und sind für Blogs eher ungeeignet

  • » Blogs benötigen immer neue Ideen (Sonderwerbeformen), die schnell ausgehen können -> Trend: Agentur-Expedition!

  • » Blogger sind als Zielgruppe besonders interessant, wenn sie als Fans einer Marke oder eines Unternehmens erreicht und in die Kommunikation mit eingebunden werden können (Erfahrungsberichte, Auseinandersetzung mit der Marke)

  • » Blogs laufen (scheinbar nur in Deutschland) an reichweitenstarken Web-2.0-Entwicklungen und damit an der Welt vorbei

  • » Der Frosta-Blog ist das Second Life unter den Blogs, da er in der Marken-Kommunikation als PR-Speerspitze betrieben wird und den First Move für sich zu nutzen wusste

  • » Die Beitragsqualität eines Blog-Eintrages ist entscheidend für die Authentizitätswirkung bei den multiplizierten Zielgruppen/Lesern/Konsumenten

  • Mediabrief.de meint: Der nugg.ad-Salon bot ein tolles Veranstaltungsformat mit vielen Impulsen!

    Unser Fazit: Blogs und Werbung in Blogs kann die Unternehmenskommunikation nachhaltig fördern. Signifikante Reichweiten werden allerdings nur dann indirekt aufgebaut, wenn die Werbung es versteht, die Bloggergemeinde authentisch anzusprechen und ihre Nutzungsgewohnheiten zu berücksichtigen.