Onlinewerbung 2007: glänzende Jahresbilanz

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Wie bereits zur OMD vermerkt, ist der deutsche Online-Markt, und speziell der Online-Werbemarkt, stark am Wachsen und konnte 2007 ein Rekordjahr verbuchen. Wie die aktuelle Auswertung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) zeigt, stiegen die Ausgaben für Banner & Co. um rekordverdächtige 103 Prozent auf 976 Millionen Euro. Dieser Umsatz umfasst Ausgaben für klassische Onlinewerbung wie Banner, Pop-ups und Streaming Ads, nicht jedoch Suchmaschinen- oder Affiliate Marketing. Besonders umsatzstark hinsichtlich graphischer Onlinewerbung wurde das vierte Quartal mit 348 Millionen Euro bewertet. So war das Weihnachtsgeschäft 2007 nicht nur für Online-Händler ein Grund, die Korken knallen zu lassen, sondern auch für die Vermarkter.

Internetnutzung: Immer mehr und länger

Der quantitative Anstieg der Online-Werbeausgaben steht dem quantitativen Anstieg der Internetuser gegenüber. Waren im Jahre 2002 nur 30 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren online, so sind es heute fast doppelt so viele. Auch die Nutzungsdauer hat sich aufgrund des immer größeren Angebots an Websites und Funktionen (z. B. IPTV), aber auch aufgrund der Bandbreiten stark erhöht. So geben laut Acta 2007 39 Prozent der Befragten an, mehrmals täglich ins Netz zu gehen.

Ausblick 2008: Was sind die Online-Trends?

Diese Frage wurde letzte Woche auch von der Internet World Business an Entscheider aus dem Bereich Onlinemarketing gestellt. Mediabrief hat einige davon herausgegriffen und kommentiert:

  • IPTV: das Internetfernsehen, welches sich immer größerer Beliebtheit erfreut und auch von immer mehr DSL-Anbietern angeboten wird. Allerdings ist IPTV hinsichtlich der Verbreitung und der damit verbundenen Kosten noch kein durchsetzungsfähiges Modell für Onlinewerbung.
  • Mobile Marketing: der Markt der Zukunft? Mobile TV, erweiterte und vollständige Internetnutzung via Handy und die damit verbundenen Werbemöglichkeiten sind im Kommen. Immer mehr Mobiltelefone unterstützen UMTS, DVB-H & Co., die Nachfrage zieht an. Momentan noch ein untergeordnetes Marketing-Thema, ab Mitte des Jahres mit Start der mobilen EM-Übertragung ist wahrscheinlich ein Aufschwung zu erwarten.
  • Bewegtbild: Streaming, Video-Ads, Pre-Roll Ads sind bereits jetzt weit verbreitet und finden bei den Usern gute Akzeptanz. Allerdings zeigt eine Studie von Ipsos Media, dass gerade längere Video-Streams von der jungen, internetaffinen Zielgruppe lieber downgeloaded als live am PC gesehen zu werden. Hier gilt es eine Lösung zu finden, wie kostenlos downloadbare TV-Inhalte mit dem traditionellen Verbreitungsweg über das Fernsehen mithalten bzw. koexistieren können. Zudem eignet sich diese Art der Onlinewerbung aufgrund der hohen Produktionskosten eher für Branding- als für Performancekampagnen.
  • Socialnetworks Vermarktung / Web 2.0 Vermarktung : Sicherlich eines der spannendsten Themen. Nachdem im letzten Jahr diverse Projekte im Bereich Web 2.0 entstanden sind, trennt sich langsam die Spreu vom Weizen, und die erfolgreicheren User-generated Content Portale werden immer stärker in die Vermarktung einsteigen und neue Vermarktungsmöglichkeiten wie Sponsored Memberships und Ähnliches hervorbringen.
  • Live Shopping: Schnäppchenjagd der etwas anderen Art, nämlich Sonderangebote auf Tagesbasis. Ein ungewöhnlicher Ansatz, der sich immer mehr durchsetzt. Ob nun auf dem von Exlusive Brand Retail betriebenen sportlet.de oder auf schutzgeld.de, das zu Burda gehört. Etablieren sich diese Portale, dürften auch hier interessante Sponsoring- und Werbemöglichkeiten zu erwarten sein.
  • Semantisches Web: Das „intelligentere" Web, das Web, das inhaltliche Zusammenhänge erfasst statt einzelner Buzzwords, wird sich auch 2008 weiterentwickeln. Inwiefern hier schon konkrete, funktionierende Plattformen oder Suchdienste zu erwarten sind, ist fraglich.
  • Targeting/ ehavioral Targeting: Targeting, das Mittel der Wahl für Mediaplaner, um ihre Werbung noch erfolgreicher und gezielter an ihre Zielgruppe zu bringen. Zumindest wenn sich im kommenden Jahr die Technik und die Reichweiten verbessern, zwei Kriterien, die Media-Entscheider bei einer Befragung der Internet World bisher bemängelten.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Trend zur Online-Werbung ungebremst anhält. Bis jedoch, wie bereits in Schweden geschehen, die Spendings für Online-Werbung die Spendings für klassische Werbemedien wie TV und Print überholen werden, ist es in Deutschland (leider) noch ein weiter Weg.

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2 Kommentare

Finde Das Diagramm am Anfang sehr spannend - gibt es eine Quelle wo man dies online findet - auf Internet Business wurde ich noch nicht fündig... Danke euch!

Hallo Georg,

die Graphik findest du in dem Artikel "Warten auf den Durchbruch" in der ersten Ausgabe der Internet World Business 2008 (Print auf Seite 20). Online ist der Artikel erst nach vorhergehender Registrierung einsehbar. Viele Grüße, Kristin

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