Jahresbeginn, traditionell die Zeit um Bilanz zu ziehen, und diese sieht für die Teleshoppingsender nicht sonderlich gut aus. Nachdem die Verkaufsshows nach amerikanischem Vorbild in den letzten Jahren überproportional gewachsen sind, scheint jetzt die Zeit der Flaute angebrochen zu sein.
Kaufunlust vor dem Flimmerkasten
Auf dem auf eine Milliarde Euro geschätzten Markt macht sich Katerstimmung breit. Nachdem Bertelsmann im Februar bekannt gab, sich vom defizitären Einkaufssender RTL Shop zu trennen, musste nun auch Deutschlands größter Einkaufssender QVC erstmals in seiner Geschichte sinkende Erlöse und Erträge melden. Im Gegensatz zum seit der Gründung verlustreichen RTL Shop konnte QVC bisher immer mit wesentlich positiveren Bilanzen aufwarten. Doch das Jahr 2007 leitete auch hier eine Kehrtwende ein, ausgedrückt in Zahlen bedeutet das einen Umsatzrückgang von 5,9%, bei dem Gewinn sackte der Sender um 21% ab. Als Gründe für diese Reifephase sieht der QVC-Vorstandsvorsitzende Ulrich Flatten die anhaltende Konsumschwäche und die erhöhte Mehrwertsteuer.
E-Commerce-TV als Lösung?
Wie sieht nun die Zukunft von Teleshopping aus? Eine neue Studie des Berliner Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Goldmedia sieht die Zukunft im E-Commerce-TV, also der Verbindung aus Fernsehen und Internet. Der Teleshoppingsender HSE24 hat bereits damit begonnen, seinen Onlineshop durch Livestreams oder Produktvideos zu erweitern. Auch andere Online-Shops wie Amazon, Tchibo, Neckermann TV oder Otto setzen mehr und mehr auf Bewegtbildinhalte. Goldmedia geht seinen Berechnungen zufolge davon aus, dass der deutsche Onlinehandel durch E-Commerce-TV bis 2012 ein Umsatzplus von 5%, also von 1,5 Milliarden Euro erreichen kann. Attraktiv an Videopräsentationen von Produkten ist vor allem das positivere Einkaufserlebnis und die bessere und realistischere Warenpräsentation.
Fazit
Auch wenn viele Teleshoppingsender Verluste in 2007 einstecken mussten, birgt der Markt noch Potential für Wachstum. Essentiell hierfür ist die Auswahl der Produkte, das Erkennen von Trends und das Kundenmanagement. Aber auch der Schritt in Richtung Online und das Transferieren von ausgestrahlten TV-Bewegtbildinhalten ins Web scheint unumgänglich, um auch die wachsende Zahl der Internetuser und -shopper bei Laune zu halten.


