Mobile Nutzung des Internets, ein weiteres vieldiskutiertes Thema. Immer mehr Kunden wollen mehr, als nur Telefonieren. Spielen, Arbeiten, Surfen, die Anforderungen sind vielfältig. Doch wie sehr ist das mobile Internet bereits verbreitet, wie userfreundlich ist es und wie sehen die Vermarktungsmöglichkeiten derzeit aus?
Verbreitung
Betrachtet man die reine Internetfähigkeit von Handys, so erfüllt fast jedes aktuelle Modell, welches derzeit auf dem Markt angeboten wird, die Voraussetzungen für den Zugang ins Netz. Ob nun mittels Wlan, UMTS oder GPRS, technisch sind die meisten Geräte gerüstet. Andererseits fällt auch auf, dass der Verkauf von reinen Smartphones wie z.B. des iPhones vor allem auf dem deutschen Markt sehr schleppend verlief und weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Ursache hierfür ist zum einen der hohe Preis, die Bindung an einen Mobilfunkanbieter (T-Mobile) und die hohen Preise der Internetnutzung.
Handy TV
Nachdem vom Plattformbetreiber-Konsortium Mobile 3.0 bereits letztes Jahr der große Roll-out von Handy TV mittels DVB-H Standard angekündigt worden war, wird die tatsächliche Ausstrahlung wahrscheinlich nicht mehr zur Fußball EM realisiert werden. Die technische Innovation steht in Deutschland mal wieder auf tönernen Füßen. Digital TV - ein Riese, der lahmt. Neben fehlenden Mobilfunknetzbetreibern, die mit diesem Standard arbeiten, gibt es immer noch keinen Vertrag mit dem Netzbetreiber Media & Broadcast, der für den Aufbau und die Wartung des Sendenetzes zuständig ist.
Internetnutzung
Laut dem Marktforschungsinstitut Forrester Research wird die mobile Internetnutzung in den kommenden Jahren stark zunehmen. So sollen im Jahre 2013 38% aller Mobilfunknutzer in Westeuropa mobil im Internet unterwegs sein, dreimal mehr als heute. Dieser Anstieg der Internetservicenutzung via Smartphones ist zum einen auf die technologische Weiterentwicklung der Endgeräte und deren Verbreitung zurückzuführen, aber auch auf das steigende Angebot immer günstiger werdender Flatrates.
Mobile Websites
Zwar ist grundsätzlich das gesamte Informationspotential des Internets auf das mobile Endgerät übertragbar, allerdings gilt es bei der Darstellungsweise klare Regeln zu beachten. Nicht nur aufgrund der wesentlich geringeren Bildschirmgröße sind die Struktur, das Design und der Inhalt grundsätzlich anders zu gestalten als für den gewöhnlichen PC-User. Außerdem muss sich jedes Unternehmen, welches plant das Angebot auch mobil anzubieten, ernsthaft fragen, ob der User, wenn er mit einem derart kleinen Gerät einhändig unterwegs ist, diesen Service (wie das Blättern in einem Katalog) wirklich braucht. Leider sind viele mobile Services derzeit noch etwas unterentwickelt, hier wird es sicherlich ähnlich wie bei dem Transfer von Print ins Internet noch dauern, bis die Entwicklung entsprechend vorangeschritten ist und sich zu einem eigenständigen Redaktions- und Abteilungsbereich entwickelt hat.
Mobile Ads
Stellt sich anschließend gleich die Frage, wie es um die Werbemöglichkeiten auf dem mobilen Bildschirm steht. Entsprechend schleppend wie die eigentliche Entwicklung der mobilen Sites ist auch die Möglichkeit der mobilen Bewerbung von Produkten / Diensten. Anders als beispielsweise in den USA, wo es bereits Studien zur Klickraten von Mobile Ads gibt, mutet die Meldung von Yoc und Jamba über den Start des Mobile Affiliate Programms schon wie eine kleine Sensation an. Zwar verzeichnet Marktriese Google bei der Verbreitung der mobilen Anzeigen einen steigenden Trend, und bei bestimmten Produkten wie beispielsweise Klingeltöne sind diese Anzeigen mit Sicherheit auch erfolgversprechend, Display-Advertising, QRC-Codes und andere mobile Möglichkeiten sind aber weiterhin größtenteils Zukunftsmusik. So investiert auch kaum ein Unternehmen wesentliche Summe in Mobile Marketing. Warum auch? So lange die Verbreitung der Smartphones und die entsprechende Nutzung noch gering sind, mobile Websites noch nicht sauber programmiert sind und das scheinbare Interesse daran auch recht zurückhaltend sind, lohnt eine übermäßige Investition in den Marketingbereich nicht.
als letzter will man aber auch nicht den mobilen Internetmarkt betreten, oder?
Wer Innovatoren sucht, ist im mobilen Internet sicherlich richtig. Und zur Theorie über Meinungsführer und Informationsvertielung ist es dann nicht mehr weit.