StudiVZ: Ausgeklickt?

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Auch im August musste die größte deutschte Internetcommunity StudiVZ einen weiteren Rückgang der Seitenaufrufe verzeichnen. Der Abwärtstrend seit März - unterbrochen von einem kurzen Hoch im Juli - setzt sich also fort. Laut IVW-Zahlen gingen die Werte um rund eine Milliarde PIs zurück (im Vergleich zum Vormonat). Das ist ein beachtlicher Wert. Aber was sind die Gründe für diesen dramatischen Rückgang: Sind die User klickmüde, communityfaul oder spielen technische Ursachen eine Rolle?



Klickverlust durch Ajax

Laut StudiVZ Chef Marcus Riecke sind die umfassenden Änderungen bei StudiVZ die Ursache für die geringe Klickzählung. So wird beim neuen Fotoalbum aufgrund der Verwendung der Slideshow-Funktion nur noch ein Klick ausgelöst. Zuvor musste der User alle Bilder einzeln auswählen und erzeugte so ein entsprechend höheres Klickvolumen. Auch der Einsatz der Ajax-Technologie führt zu dem Rückgang der Seitenaufrufe. So werden beim Einsatz dieser Technik einzelne Teile der Internetseite nachgeladen, ohne dass hier ein Seitenaufruf gezählt wird. Auch weitere Optimierungen und neue Funktionen wie z.B. der Messenger werden in Zukunft wohl zu einem Trafficrückgang führen.

Fazit

Welche Bedeutung und Aussagekraft haben diese Werte nun? In Online-Marketingkreisen haben reine PI-Werte längst an Bedeutung verloren. Wesentlich entscheidender sind die Unique User und deren Nutzungsverhalten, die Verweildauer auf den einzelnen (Unter-) Seiten und das Interesse an bestimmten Inhalten / Funktionen. Auch für Werbetreibende ist die Kennzahl PI eine reine Brutto-Reichweitenangabe, die eine wichtige Kennzahl bzgl. des Werbedrucks, speziell bei Branding-Kampagnen, sein kann. Für das immer stärker performance-ausgerichtete Online-Marketing-Business hingegen sind die einzelnen Nutzer und ihr Verhalten wesentlich interessanter. Diesen Trend kann man durch die immer stärkere Nutzung von Adserver-Technologien und die Nachfrage nach Behavioral Targeting ableiten.

Was StudiVZ und all die anderen Communities angeht ist der Trend hier aber wohl so oder so in absehbarer Zeit vorbei. Denn ein Wachstum ist aufgrund der jetzigen Größe kaum noch zu erwarten und die Euphorie, die anfänglich zu spüren war, lässt deutlich nach. So wird wohl nur noch eine kleine Kernzielgruppe auf Dauer dieses Produkt nutzen, weitere „Ableger" werden vom sich schnell verändernden Online-Markt verschwinden.

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