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Horizont-Redakteur Bert Rösch hat Agenturen und Vermarkter zur erfolgsbasierten Abrechnung im Onlinemarketing befragt. André Jonske, Leiter Media bei SinnerSchrader, hat geantwortet:

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Wird der Performance-Ansatz im Onlinemarketing derzeit überbewertet?

Nein, performance-orientierte Werbung bleibt im Pullkanal Internet die wichtigste Währung.

Was kann man tun, damit die Werbetreibenden die Brandingwirkung wieder entsprechend honorieren?

Publisher und Vermarkter können wenig tun. Agenturen können den Werbetreibenden jedoch über crossmediale Messung zeigen, wie branding-orientierte Maßnahmen auf das Performance-Marketing einzahlen und es in seiner Wirkung optimieren.

Ein radikaler Vorschlag lautet, Banner nicht mehr klickbar zu machen. Was halten Sie davon?

Warum nicht gleich das Internet abschaffen?

Wie kann man die Werbetreibenden überzeugen, das Internet in gebührendem Umfang als Branding-Tool einzusetzen, sprich gemäß der Nutzung des Mediums Internet?

Am besten, indem man einmal ehrlich die Performance der Offlinekanäle misst.

Wer sind die großen Bremser beim Thema Branding im Netz? Die Mediaagenturen, weil sie auf die hohen Provisionen in den klassischen Medien schielen?

Die größten Bremser sind Bequemlichkeit und Gewohnheit.

Das Fachblatt Horizont hat die Chefs der deutschen Mediaagenturen zu ihren Prognosen für 2009 und ihren Investitionsplänen befragt. Die Erwartungen sind erwartungsgemäß düster, aber spannend ist, wo die Mediaspezialisten die Zukunft ihres Geschäfts sehen.

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Jürgen Blomenkamp, CEO der Group M

Die Zukunft der Werbung ist überwiegend digital. Hier werden wir uns weiter massiv und mit hohem Tempo engagieren. Insbesondere wird es uns darum gehen, die Möglichkeiten einer individualisierten Konsumentenansprache in allen Facetten auszunutzen und weiter zu optimieren. Dies ist zugleich eine Chance für alle Marktpartner: Werbungtreibende, Agenturen und Medien.

Andreas Bölte, CEO Aegis Media

Interessant ist für uns vor allem der digitale Bereich.

Jens-Uwe Steffens, Geschäftsführer Pilot Mediajens-uwe_steffens.jpg

Wir investieren schon seit Jahren in Forschung und neue Tools für die kombinierte Zielgruppenansprache über TV und Online: Stichwort „Doubleplay". Darüber hinaus steht bei uns die Online-Kreation im Fokus - ein Bereich, der sich in einem dynamischen Entwicklungsprozess befindet.

Marianne Dölz, Geschäftsführerin Initiativemarianne_doelz.jpg

Wir werden weiter in den Bereich Kreation und Innovation insbesondere im Digitalbereich investieren, um mehr Konzepte entwickeln zu können, die Offline- und Onlineaktivitäten effizienter vernetzen. Hier spüren wir auf Kundenseite einen großen Bedarf.

Michael Dunke, CEO Universal McCann (UM)michael_dunke.jpg

Generell in den digitalen Bereich und hier speziell in den Bereich Performance-Marketing (Search, Affiliate etc.) sowie E-Commerce und Mobile. Zudem werden wir unsere Marktführerschaft beim Thema Geo-Marketing und Handels-Marketing konsequent weiter ausbauen durch Entwicklung und Integration des lokal gesteuerten digitalen Targetings.

Manfred Kluge, CEO Omnicom Media Group Germany (OMGG) und Dirk Fromm, Geschäftsführer PHD

Digitale Transformation, IT und Brand Science werden Key-Themen sein und befinden sich schon mitten in der Umsetzung.

Michael Bohn, Chairman Vivakimichael_bohn.jpg

Wir werden weiter in alle digitalen Bereiche investieren, insbesondere in Mobile- und Social Targeting.

Alle Fotos: Horizont

burdin.jpgDer kressreport hat sich Anfang Januar ausführlich mit dem Thema Markenführung im Internet befasst. Der Autor Stephan Randler sprach dafür u.a. mit Laurent Burdin, Beratungsgeschäftsführer von SinnerSchrader.

Welche Art der Onlinewerbung eignet sich für Branding (Display, SEM, Affiliate)?

Der Online-Kanal eignet sich sehr gut für den Markenaufbau - solange man seine Spielregeln gut kennt. Internet ist kein passives Medium, wo man wie in klassischen Massenmedien eine Botschaft pusht und der Konsument der Marke zuhört.

Branding funktioniert online nur, wenn der Konsument involviert wird. Deshalb halte ich Displaywerbung, SEM oder Affiliatemarketing nicht für das beste Instrument, sondern eher die Website selbst - mit Foren, mit Austauschmöglichkeiten zwischen Marken und ihren Kunden, aber auch mit Microsites.

Heinz: Talk to the Plant

Meine Lieblings-Brandingwebsite ist zur Zeit Heinz in Schweden mit "Talk to the Plant", "The interactive ketchup growing experiment". Vorbildlich ist auch der systematische Aufbau der Marke Uniqlo über das Web, der vollkommen zu Recht einen Cyber Lion in Cannes gewonnen hat, oder auch unser Kunde ECCO mit dem "Team Sherpa Blog". Da fühlt man sich involviert und da versteht man, was die Marke vorhat.

ECCO: Team Sherpa Blog

Wie lässt sich überhaupt der Erfolg von Online-Branding sinnvoll messen (Stichwort: Geringe Klickraten)?

Das ist ein entscheidender Punkt. Man muss sich vorher Gedanken machen, wie man den Markenaufbau online messen kann: qualitativ mit Imagekriterien, insbesondere in onlineaffinen Zielgruppen, und Tracking der Konsumentenmeinungen online, und quantitativ mit Klickraten, Conversion Rates (zum Beispiel Registrierungen), aber auch Segmentierung - wo kommen die Kunden her, sind es neue oder bestehende Kunden?

Ist die Messbarkeit von Online-Werbung bei Branding eigentlich Segen oder Fluch?

Es ist ein Segen und ein absolutes Muss. Ich hörte vor kurzem von einem Marketingdirektor: "Wir machen wenig online, weil wir die Wirkung nicht messen können!" Und das in einem Medium, in dem sich alles messen lässt. Kaum zu glauben! Mein Rat ist: Messkriterien festlegen (nicht zu viele), regelmäßig analysieren und dann verbessern.

Funktioniert Markenbildung überhaupt völlig online oder braucht es immer klassische Werbung dazu?

Es geht um den richtigen Mix, nicht um ein Entweder-oder. Wir beobachten, dass man Online als Kanal Nr. 1 in der Markenführung aufbauen und damit erfolgreich sein kann. Nehmen wir die bekannteste und erfolgreichste Markeneinführung der Welt: "Obama". Die lief vor allem in einem Medium, dem Web.

Inwieweit kann sich das Internet überhaupt als Leitmedium entwickeln?

Da haben nur die Konsumenten das Sagen, und sie haben entschieden: Das Internet ist der Kanal Nr. 1.