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WPP ist im vergangenen Jahr der Sprung an die Spitze geglückt. Dank der Übernahme von Taylor Nelson Sofres konnte die von Sir Martin Sorrell geführte Werbeholding im letzten Jahr den Konkurrenten Omnicom hinter sich lassen.

WPP weist für 2008 13,6 Mrd. US-Dollar Umsatz aus, Omnicom kommt auf 13,4 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn von WPP sank um 5,8 Prozent. Hinter dem Riesenduo folgen mit deutlichem Abstand Interpublic und Publicis, die 2008 jeweils rund 7 Mrd. US-Dollar umsetzten.

Mindestens ein Viertel seines Milliardenumsatzes macht WPP inzwischen laut Sorrell im digitalen Bereich. Doch das einzige Thema von Bedeutung wird in den nächsten zwei Jahren "recession, recession, recession" sein, erklärte Sorrell gegenüber Designweek.

Die Wirtschaftskrise zeigt ihr hässliches Gesicht in den Zahlen der großen Werbeagenturnetzwerke. So hat Publicis heute einen Gewinnrückgang um 1,1 Prozent auf 447 Millionen Euro vermeldet [via]. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro, davon 1,8 Mrd. in Europa, ein Plus von 0,3 Prozent.

Maurice Levy, Chairman and CEO, sieht Schwierigkeiten voraus. 2009 sei

one of the most difficult years that the world has had to endure for decades.

Im vierten Quartal 2008 zeigt sich Publicis mit einem Umsatzplus von 5,5 Prozent noch bemerkenswert stabil. Schwieriger erscheint die Lage bei Omnicom. Dort sank der Gewinn nach gestern veröffentlichten [via] Zahlen im vierten Quartal 2008 um 13,7 Prozent auf 271 Mio. US-Dollar. Der Umsatz ging um 7,0 Prozent auf knapp 3,4 Mrd. US-Dollar zurück.

Executives from the world's largest advertising company described the fourth quarter as the toughest stretch since 1992, when the advertising industry suffered a long, difficult slump. The current downturn, they said, will likely last through the next several quarters at least.

"As everyone knows, the pace of economic change in the fourth quarter was fairly unprecedented. Almost all of our agencies experienced some loss of revenue," said Chief Financial Officer Randall Weisenburger, referring to a roster of some of the biggest agency names in advertising, including BBDO Worldwide and DDB Worldwide. [Reuters]

Auf das Gesamtjahr 2008 bezogen stieg der Umsatz noch um 5,2 Prozent auf 13,4 Mrd. US-Dollar.

StudiVZ: Ausgeklickt?

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Auch im August musste die größte deutschte Internetcommunity StudiVZ einen weiteren Rückgang der Seitenaufrufe verzeichnen. Der Abwärtstrend seit März - unterbrochen von einem kurzen Hoch im Juli - setzt sich also fort. Laut IVW-Zahlen gingen die Werte um rund eine Milliarde PIs zurück (im Vergleich zum Vormonat). Das ist ein beachtlicher Wert. Aber was sind die Gründe für diesen dramatischen Rückgang: Sind die User klickmüde, communityfaul oder spielen technische Ursachen eine Rolle?



Klickverlust durch Ajax

Laut StudiVZ Chef Marcus Riecke sind die umfassenden Änderungen bei StudiVZ die Ursache für die geringe Klickzählung. So wird beim neuen Fotoalbum aufgrund der Verwendung der Slideshow-Funktion nur noch ein Klick ausgelöst. Zuvor musste der User alle Bilder einzeln auswählen und erzeugte so ein entsprechend höheres Klickvolumen. Auch der Einsatz der Ajax-Technologie führt zu dem Rückgang der Seitenaufrufe. So werden beim Einsatz dieser Technik einzelne Teile der Internetseite nachgeladen, ohne dass hier ein Seitenaufruf gezählt wird. Auch weitere Optimierungen und neue Funktionen wie z.B. der Messenger werden in Zukunft wohl zu einem Trafficrückgang führen.

Fazit

Welche Bedeutung und Aussagekraft haben diese Werte nun? In Online-Marketingkreisen haben reine PI-Werte längst an Bedeutung verloren. Wesentlich entscheidender sind die Unique User und deren Nutzungsverhalten, die Verweildauer auf den einzelnen (Unter-) Seiten und das Interesse an bestimmten Inhalten / Funktionen. Auch für Werbetreibende ist die Kennzahl PI eine reine Brutto-Reichweitenangabe, die eine wichtige Kennzahl bzgl. des Werbedrucks, speziell bei Branding-Kampagnen, sein kann. Für das immer stärker performance-ausgerichtete Online-Marketing-Business hingegen sind die einzelnen Nutzer und ihr Verhalten wesentlich interessanter. Diesen Trend kann man durch die immer stärkere Nutzung von Adserver-Technologien und die Nachfrage nach Behavioral Targeting ableiten.

Was StudiVZ und all die anderen Communities angeht ist der Trend hier aber wohl so oder so in absehbarer Zeit vorbei. Denn ein Wachstum ist aufgrund der jetzigen Größe kaum noch zu erwarten und die Euphorie, die anfänglich zu spüren war, lässt deutlich nach. So wird wohl nur noch eine kleine Kernzielgruppe auf Dauer dieses Produkt nutzen, weitere „Ableger" werden vom sich schnell verändernden Online-Markt verschwinden.